Schließen

Und wieder blieben wir länger an einem Ort als geplant – wenn das so weitergeht, sind wir in zwei Monaten noch in Mexiko. 😅 Playa del Carmen ist ähnlich wie Cancún eine Touristenhochburg. Zwar nicht von riesigen Hotelresorts verunstaltet, aber dennoch mit wenig mexikanischem Flair. Vor allem die Touristenmeile Calle Quinta Avenida könnte so ziemlich überall auf der Welt sein, wo der Massentourismus einmal seine Hochkonjunktur hatte.

Calle Quinta Avenida…
… zeichnet sich vor allem durch die höchste Starbucks-Dichte pro Km aus.

Was wollten wir nun dort? Nun ja, in Playa eigentlich gar nichts. Vorgelagert liegt jedoch eines der schönsten Korallenriffe von Mexiko, wenn nicht gar ganz Südamerikas: Das Riff rund um die Insel Cozumel.

Daher sind wir als allererstes zum Tauchcenter, um für mich eine Tour zu buchen (Jan taucht ja nicht). Leider stellte sich heraus, dass die Wettervorhersage – besser gesagt die Windvorhersage – erst in vier Tagen einen Tauchausflug nach Cozumel erlaubte. Da wollten wir eigentlich schon in Tulum sein. Aber in diesem Riff zu tauchen, ist ein absolutes Muss! Also waren wir kaum angekommen, als dass wir schon unseren Aufenthalt um weitere drei Nächte verlängerten…

Playa del Carmen hat zwar definitiv eine gute Ausgangslage für Ausflüge aller Art, sonst aber nicht viel zu bieten (abgesehen vom Nachtleben). Vor allem der Strand zählt wirklich nicht zu den schönsten Mexikos. Zum einen lassen die Hotelanlagen nur einen ca. einen Meter breiten Streifen für die Öffentlichkeit frei (wie immer schlafen wir nicht in einem dieser Hotels, sondern in einem AirBnB), zum anderen gibt es hier ein echtes Problem mit den Braunalgen, die an den Strand gespült werden und deren Geruch wahrlich nicht zum Verweilen einlädt! 😷

Man könnte meinen, das Tor zum Traumstrand. Nope!

Daher bummelten wir die meiste Zeit von einem Cafe zum nächsten über die ‚5th Avenue’ und kosteten so exotische Gerichte wie Algen-Pancakes… Ausversehen bestellt! Es schmeckte nicht so schlecht, wie es klingt, aber ich würde es niemals ein zweites Mal bestellen. Einfach aus Prinzip. Weil man Pancakes und Algen nicht miteinander kombiniert!

Bei Algen-Pancakes ist die Grenze für ‚green lifestyle‘ erreicht!

Obwohl Playa uns viel zu touristisch war, hätte ich mir hier am liebsten eine Wohnung gemietet. Das lag vor allem an einer Yoga-Oase, die ich bereits am ersten Abend entdeckt habe und in der ich für die kurze Zeit Stammgast war. ❤ Außerdem noch ein feines französisches Café, in dem wir im Anschluss an meine morgendliche Yogastunde frühstückten. Was will man mehr? Ah, ich glaube, das habe ich auf Holbox auch schon so empfunden. Also stehen die Chancen doch gut, beides auch an unseren zukünftigen Zielen zu finden. Und Jan ist auch alles andere als traurig ausschlafen zu können, während ich zum Yoga gehe. 😉

Gam Yoga Playa – bitte merken!

So, aber eine Sache haben wir dann doch gemacht: Wir sind an den Strand von Akumal gefahren, wo Schildkröten in Strandnähe durchs Wasser schwimmen sollen. Schnell noch Taucherbrille und Schnorchel im Walmart gekauft, außerdem biologisch abbaubare Sonnencreme zum Schutz der Schildkröten (lol, als wenn es tatsächlich eine Sonnencreme-Polizei in Mexiko gäbe) und los ging es am frühen Morgen, um vor allen anderen Schildkröten-Freunden dazusein.

Leider war nur ein sehr kleines Areal mit Bojen als ‚Schwimmen erlaubt-Zone‘ markiert und die Strandpolizei achtete mit bösem wildem Pfeifen sehr darauf, dass niemand über die Grenzen hinaus schwamm. Da sieht man doch im Leben keine Schildkröte, wollte ich schon aufgeben… aber dann 🐢🐢🐢 und das erste Mal stand unsere GoPro nicht auf meiner Liste, der unnötig mitgeschleppten Sachen.

Gegen 11 Uhr war dann der Strand und vor allem der zugelassene Schnorchelbereich tatsächlich proppenvoll… Alles richtig gemacht!

Strand von Akumal am Morgen
Da fehlt doch was? 😉

Und dann nach tagelangem Warten war es endlich soweit: Mein Tauchgang stand bevor! Ein bisschen Respekt habe ich ja jedes Mal… Das letzte Mal war ich vor zehn Monaten in Australien tauchen und hatte sehr unschöne Erfahrungen mit einem Massenabfertigungs-Tauchgang im Great Barrier Reef gemacht (8 Taucher pro Guide). Aber Entwarnung: Wir waren nur zu zweit mit unserem Tauchguide Sophia. 👌

Die Überfahrt ins Reef war spektakulär. Mit dem Hinweis, es könne etwas nass werden, wurden uns dicke Regenjacken ausgehändigt. Ach was, dachte ich mir, und warf mir die Jacke halbherzig über die Schulter. 😅😅😅 Ja, die Jacken waren wahrlich nicht übertrieben. Wir wurden von dem Wellengang 45 Minuten lang nassgespült. Unser Tauchguide meinte später, dass das der stärkste Wellengang sei, bei dem sie die Überfahrt überhaupt machen. 😧

Einmal vor Cozumel angekommen war das Wasser ruhig wie im Swimmingpool. Ich haderte erst noch damit, ob ich die GoPro schon auf den ersten Tauchgang mitnehmen oder mich erstmal wieder ans Tauchen gewöhnen sollte (zumal ich noch nie eine Unterwasserkamera dabei hatte). Zum Glück entschied ich mich dafür die Kamera mitzunehmen, denn​ kaum unter Wasser schwamm uns schon eine riesige Schildkröte vor die Flossen. Knips! 😎

Und eine Sekunde später schwamm ein Ammenhai direkt auf uns zu! Da war die Schildkröte ganz schnell vergessen. Außerdem entdecken wir noch ein schlafendes Exemplar! 😴 Jap, Ammenhaie sind die einzige Haiart, die sich auf den Meeresgrund legen und schlafen können. 🤓

Angesichts dieser Highlights durfte ich eigentlich auf nichts mehr hoffen. Aber ich wollte so gerne auch noch einen Rochen sehen. Ok, auf dem ersten Tauchgang hatten wir einen im Sand eingegrabenen gesehen. Aber anstatt dass er sich ins Meer erhob, grub er sich noch tiefer in den Sand ein, je länger wir ihn beäugten. 😔

Beim zweiten Tauchgang das selbe Spiel. Wir wollten gerade schon zum Sicherheitsstopp aufbrechen, da schwamm plötzlich ein Stachelrochen aus der Ferne heran und für eine Minute neben uns her. Einfach magisch…

Leider schluckt die Kamera unter Wasser quasi alle Farben und durch den extremen Weitwinkel erkennt man nur die Fische, die direkt vor die Linse geschwommen sind… von daher wird meine Unterwasserfotografiekarriere eher keine Zukunft haben. 😔

Die Rückfahrt war übrigens genauso turbulent wie die Hinfahrt… ⛵

Am nächsten Tag besuchten wir unsere erste Cenote Cenote Dos Ojos. Cenotes sind mit Wasser gefüllte Kalksteinhöhlen, von denen über 100 Stück die Riviera Maya säumen. In den entstandenen Süßwasserbecken kann man baden und schnorcheln. Das Beeindruckende sind aber die verzweigten und mit Stalaktiten verzierten unterirdischen Höhlengänge, die man größtenteils nur als Taucher erkunden kann – teilweise sogar nur als zertifizierter Höhlentaucher, da einige Höhlen weit vom nächsten Ausgang entfernt sind und man dafür spezielle Fertigkeiten benötigt. Streng genommen mache ich also nur Grottentauchen.

Als wir ankamen, fand gerade ein Mode-Fotoshooting an der Cenote statt. Somit konnte ich auch ein paar Bilder ohne Badegäste erhaschen. 😎

Cenote Dos Ojos: Bade- und Schnorchelpool

Das Höhlentauchen ist wirklich ein ganz anderes Erlebnis als das Tauchen im Meer: keine Korallen, keine bzw. kaum Fische, dafür ein verwinkeltes und mit Kalksteinformationen verziertes Höhlensystem, das man mit der Taschenlampe in der Hand erkundet. Sehr faszinierend! Vor allem wenn die Höhle auf eine Lichtung trifft, in die das Sonnenlicht einfällt, hat das etwas sehr Magisches! Aber teilweise muss man auch sehr aufpassen, dass man nicht zu weit vom Boden taucht, da von oben die Stalaktiten herunterhängen (trial and error 😏).

Dos Ojos, also zwei Augen, heißt die Cenote, weil sie aus zwei Flügeln mit je einem offenen Becken besteht. Das linke Auge ist der sogenannte Bat Cave, in dem Fledermäuse wohnen. Unsere Guides verabredeten sich so, dass Jan und ich gleichzeitig dort waren (Jan hat geschnorchelt). Sweet. 😉

Taucher, Schnorchler und Planscher treffen sich im Auge von Los Ojos.

Die Cenotes sind teilweise sehr unterschiedlich, so dass wir sicherlich noch weitere erkunden werden. Zum Beispiel gibt es Cenotes mit Meerzugang, in denen zum einen auch Meerestiere wohnen und zum anderen dort, wo Salz- auf Süßwasser trifft, eine Schicht entsteht, in der sich die beiden Gewässer nicht mischen (Halokline). Außerdem gibt es Cenotes, deren Höhlendecke noch viel häufiger von Lichtstrahlen durchbrochen wird, was eine sehr magische Anmutung haben muss. Es gibt noch viel zu entdecken! 👌

Aber jetzt geht es erstmal nach: Tulum.

2 Kommentare

Lass uns einen Kommentar da