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Laut, lauter, Mexico-City: Willkommen in der größten Stadt der Welt!

Eine kurze Busfahrt von Puebla entfernt liegt Mexico-City – den letzten statistischen Erhebungen nach die bevölkerungsreichste Stadt der Welt. Gleichzeitig hatte ich gelesen, dass Mexico-City schon in wenigen Monaten neben New York, London und Rom als eine der sehenswertesten Städte gelten wird. Um dies vorwegzunehmen: Manchmal sind meine Recherchen nicht die gründlichsten. Warum Mexico-City bald in dieser Liste geführt werden wird, kann ich Euch nicht sagen. Die Quelle habe ich im Nachhinein leider auch nicht mehr gefunden. 😓

Ausblick vom Torre Latinoamericano

Bei über 20 Millionen Einwohnern bietet die Stadt hunderte von Möglichkeiten, wo man unterkommen kann. Auf Empfehlung des Pärchens, mit denen wir in San Cristóbal de las Casas die Mountainbiketour gemacht hatten, suchten wir uns ein AirBnB in dem Stadtviertel Condesa, das neben La Roma das Szeneviertel Mexico-Citys ist.

Condesa besticht durch seine Altbauten, drei Parkanlagen und eine blühende Café- und Restaurantlandschaft. Ich habe auch wieder ein tolles Yogastudio entdeckt, wo ich frühmorgens sehr deutlich meine körperlichen Grenzen zu spüren bekam. 😥

Avenida Amsterdam – mit neuem Haarschnitt!
Parque España
Hundeschule im Parque España
Mercado Roma

Die schwierigste Aufgabe bestand darin uns erstmal einen Überblick über die schier unzähligen Möglichkeiten Mexiko-Citys zu machen und dann davon ein handvoll Aktivitäten auszuwählen. Unser bisher bewährtes Verfahren erstmal zum Zocalo, dem jeweiligen Marktplatz der Stadt, zu laufen und von dort aus durch die Altstadt zu bummeln, half uns in Mexiko-City nicht weiter.

Während unser Stadtviertel schön zum Spazierengehen und Austesten der verschiedenen Lokale einlud, ist Mexiko-City aufgrund seiner Größe kaum erfassbar. Auch für überschaubare Strecken braucht man trotz des guten U-Bahn-Netzes eine Ewigkeit.

Apropos U-Bahn: Wenn man irgendetwas braucht, setzt man sich am besten in die U-Bahn und mit Sicherheit kommt schon bald ein Verkäufer vorbei, der genau das hat, was man gesucht hat. Kopfhörer, Portemonnaies, Musik, Mundspray… alles für unter 20 Pesos (etwa 1 Euro) zu haben.

Wir haben schlussendlich zwar fast alles gemacht, was auf unserer Liste gelandet ist (ja, wir brauchten das erste Mal eine Liste, um den Überblick über alle Aktivitäten zu behalten!), haben aber in der Woche in Summe nur einen Bruchteil der Stadt gesehen.

1. Bosque Chapultepec

Dieser riesige Stadtpark lag glücklicherweise vor unserer Haustür und bot mit einem Zoo, zwei der wichtigsten Museen der Stadt und einer Burg genug zu tun, um einen ganzen Tag dort zu verbringen.

Park Chapultepec…
…in voller Jacaranda-Blüte

Durch den Park führt eine Art Rummelmeile, die wirklich eine Audioaufnahme wert gewesen wäre! Jeder Marktstand preist seine Ware lauthals an und hat dabei seine eigene Melodie, übertönt den jeweiligen Nachbarstand und natürlich ist alles almost free oder zumindest zum Amigo-Preis erhältlich. 🎡🎠🎪

Was im ersten Moment sehr witzig aussieht: in Mexiko-City führen Eltern ihre Kinder an einer Leine spazieren! Tatsächlich aus ernsthaftem Grund: Kindesentführungen. 😒

2. Frida Kahlo Museum

Anfängerfehler! Ich hatte (mehrfach!) von dem dringenden Tipp gelesen sich die Eintrittskarten vorher online zu kaufen um dem Schlangestehen vorm Museum zu entgehen – und ihn geflissentlich ignoriert. Wer hätte auch ahnen können, dass ich zweieinhalb Stunden in der Schlange vor dem Museum verbringen würde?! Das war länger, als ich schlussendlich im Museum war!

Welch ein ‚Glück‘, dass es Jan an dem Tag nicht gut ging und ich ihn nicht mitgeschleppt habe. Das wäre wohl mein Todesurteil gewesen. 😷

Das Warten wollte kein Ende haben…

Falls ihr euch fragt, wer nochmal Frida ist und warum da so ein Andrang herrscht:

Frida Kahlo ist die (wohl) berühmteste Malerin Lateinamerikas. Dies jedoch nicht nur wegen ihrer Kunstwerke, sondern vor allem wegen ihres bewegten und vom Schicksal gebeutelten Lebens (Polioerkrankung in der Kindheit, die sie mit einem verkümmert​en Bein zurückließ; schwerer Busunfall in der Jugend, der unzählige Operationen nach sich zog; untreuer Ehemann; Amputation des Unterschenkels und ein früher Tod) und ihrer starken revolutionären Persönlichkeit.

Frida Kahlo Museum, auch Casa Azul genannt.
Das Anwesen ist größer als gedacht!
Fridas Malstube
Fridas begehbarer Kleiderschrank

3. Folklore-Ballett im Palast der schönsten Künste

Irgendwie ist jede Aktivität, die die Leute auf TripAdvisor bewerten, ihrer Meinung nach ‚DAS Must-Do‘, das man nicht verpassen darf. Das macht das Auswählen der wirklichen Must-Dos nicht unbedingt einfacher… Ich habe mich nur zu gerne davon überzeugen lassen, dass das Folklore-Ballett im Palacio de Bellas Artes auf unsere Liste muss. Überrascht war ich aber, dass auch Jan ein Ticket haben wollte… 😏

Etwas unsicher waren wir jedoch, ob wir die passende Kleidung im Rucksack dabei haben. Schließlich bestand die Qual der Wahl für eine angebrachte Theater-Couture, zwischen Leggings oder Hotpants und Trailrunnern oder Flipflops. Ich hab mich für Leggings mit Trailrunnern entschieden. 👢

Entwarnung: Ist nicht aufgefallen! Oder ich habe mich schon zu sehr an meinen Sportlerlook gewöhnt, dass ich es gar nicht mehr merke…

Palacio de Bellas Artes von oben
und von innen (Decke)

Soviel kann ich sagen: Mit Ballett hatte das mal gar nichts zu tun. Es war vielmehr eine mexikanische Folkloretanz-Gaudi mit Mariachi-Band, Lassotanz, übergroßen Figuren und teilweise auch ein paar sehr zweifelhaften Stücken. 😏 Aber trotzdem unterhaltsam!

Hier ein paar schlechte Fotos um euch einen Eindruck von der Gaudi zu geben:

4. Die Pyramiden von Teotihucan

Das waren jetzt aber endgültig die letzten prähistorischen Ruinen, die wir uns in Mexiko anguckten! 😅

Wobei diese Stätte nicht von den Mayas erbaut wurde und damit eigentlich gar nicht vergleichbar mit denjenigen ist, die wir bisher gesehen haben. Um 500 n.Chr. war Teotihucan mit bis zu 200.000 Einwohnern die größte Stadt des amerikanischen Kontinents. Die Größe ist heute noch spürbar und die Anlage sehr beeindruckend.

Blick von der Sonnenpyramide auf die Mondpyramide
und andersherum.
und ganz viele Kakteen!

5. Ausflug in den Popocatépetl-Itzáccihuatl Nationalpark

Ein Ausflug zum Popocatépetl war für mich ein absolutes Muss, schien aber unter keinem guten Stern zu stehen…

Auf den Popocatépetl hinauf steigen darf man seit seinem Ausbruch 1994 (nach einer 70-jährigen Ruhephase) nicht mehr. Sehr wohl darf man aber seinen gut 5200 m hohen Schwestervulkan Itzáccihuatl besteigen. Genau damit liebäugelte ich bereits seit einiger Zeit.

Nach einigem Mailverkehr mit einer Outdooragentur stellte sich jedoch nicht nur heraus, dass die 2-Tages-Tour mit 300 US-Dollar pro Person recht teuer ist, sondern dass wir schlichtweg nicht gut genug ausgerüstet sind:

  • auf 5200 m steigt man nicht mal eben von einem Tag auf den anderen (Höhenakklimatisation);
  • eine Eisaxt würde zwar gestellt, allerdings hatten wir unsere sonstige warme Ausrüstung (Regenhosen, gute Handschuhe, warme Schlafsäcke) nach Hause geschickt und hätten ganz schön viel leihen müssen.

Zähneknirschend verwarf ich also diese Idee. 😣

Als unsere Airbnb-Gastgeberin erzählte, dass eine Freundin in einer Agentur arbeite, die Tagesausflüge in den Nationalpark anbietet, schöpfte ich neue Hoffnung. Leider meldete sich besagte Freundin weder auf meine noch auf die Nachricht unserer Gastgeberin hin…

Also buchten wir eine Tagestour über eine Online-Plattform. Zwei Stunden später kam eine Nachricht: Sorry, eigentlich sollte der Ausflug gar nicht mehr gelistet sein. 😣😣😣

So langsam rannte uns die Zeit davon!

Der einzige Anbieter den wir online entdeckten, hatte eine 1 von 5 Sterne Bewertung auf Google. 😵 Da er aber die einzige Wahl zu sein schien, schauten wir trotzdem in der Agentur vorbei, die auch auf den zweiten und dritten Blick unglaublich unprofessionell wirkte.

Aber es war eben die einzige Option, die uns blieb, und deswegen buchen wir den Ausflug schweren Herzens dort.

Durch den Mailverkehr mit der professionellen Outdooragentur hatte ich ein wenig Respekt vor unserem Wanderausflug. Schlussendlich war ich als einzige mit Wanderstöcken am Start und – sagen wir mal – etwas übervorbereitet. Die anderen trugen größtenteils sogar Jeans… 😏

Von etwa 3800 m Höhe wanderten wir auf 4200 m. Das war aufgrund der Höhe zwar anstrengend, aber wir brauchten nichtmal eine Stunde. Der Ausblick war nichtsdestotrotz atemberaubend und Jan und ich mega glücklich dort zu sein! ❤️🌋

Und es lief alles wie am Schnürchen: Von uns daher 5/5 Sternen für Amigo Tours. 👌

Blick auf den Itzáccihuatl
So muss ein Wanderweg aussehen!
Popocatépetl – der schönste Vulkan der Welt!

Und wer sich jetzt wundert, warum wir eigentlich nicht beim Wrestling Lucha Libre oder bei einem Fußballspiel im zweitgrößten Stadion der Welt waren: Fragt bitte Jan. 😋

Nächstes Ziel: Puerto Escondido

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